Annette Dahlke

Die Kunst und der Betrachter

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Ich befasse mich auf diesen Seiten mit theoretischen und praktischen Überlegungen rund um die Produktion und Rezeption von Kunst, die ich anhand von ausgewählten Theorien verdeutlichen will und beginne mit der Wechselwirkung zwischen dem Kunstwerk und dem Betrachter.

Weil nicht nur das Kunstwerk prozessual beschaffen ist, sondern auch die Erfahrung, die der Betrachter mit ihm macht, treffen bei der Betrachtung von Kunst zwei Zeitlichkeiten aufeinander. Diese beiden Zeitlichkeiten können nie zusammenfallen, da das Werk eine gewisse Dauer hat und der Betrachter in einer reflexiv-performativen Leistung versucht Beziehungen und verstehenden Zugang zu ihm herzustellen.

Da jedes Kunstwerk doppelt, als Ding und als Zeichen, lesbar ist und der Betrachter eine gewisse Verunsicherung über dieses Spannungsverhältnis zwischen Darstellendem und Dargestellten empfindet, entsteht zwischen ihm und dem Objekt eine spezifisch ästhetische Distanz. Diese Verunsicherung ist Kennzeichen ästhetischer Erfahrung, die theoretisch unabschließbar ist, da nicht nur jedes Werk von jedem Subjekt anders erfahren wird, sondern auch jeder Betrachter jedes Werk in jeder Auseinandersetzung anders erfährt.

„Prozessual verfasst ist alle Kunst deshalb, […] weil dem ästhetisch Erfahrenden Zusammenhang am/im Werk nie abschließend evident sein kann.” (Rebentisch Juliane. Ästhetik der Installation. 2003:219.)